Notstrom planen: Was 11,7 Minuten SAIDI wirklich bedeuten
Kurz zusammengefasst
Der SAIDI ist ein jährlicher Durchschnitt und keine Laufzeitvorgabe. P280 und P310 werden nach gewünschter Überbrückung, realem Lastprofil und nachgewiesener nutzbarer Energie ausgewählt.
Für einen Haushalt in Deutschland ist die AFERIY P280 eine begründbare Notstrom-Vorauswahl, wenn ihr gemessener Energieertrag den eigenen Überbrückungsbedarf deckt. Die P310 kommt bei höherem Energie- oder Leistungsbedarf infrage. Deutschlands durchschnittliche Ausfallminuten bestimmen diese Auswahl nicht: Sie beschreiben die Netzversorgung über ein Jahr, während der Haushalt eine konkrete Zeitspanne und bestimmte Verbraucher absichern möchte.
Direkte Antwort: Die passende Notstrom-Powerstation ergibt sich aus einer gewählten Überbrückungszeit und dem tatsächlichen Verbrauch. P280 ist für einen begrenzten Pflichtlastplan prüfenswert; P310 für einen größeren. Ein niedriger nationaler SAIDI begründet weder den Verzicht auf jede Vorsorge noch eine bestimmte Akkugröße. Entscheidend bleibt, welche Folgen eine Unterbrechung am eigenen Wohnort hätte.
Redaktion Powerstation-Kompass · Quellen geprüft am 5. September 2026. Diese Analyse verbindet veröffentlichte Netzstatistik mit Produkttests und einem transparenten Rechenmodell.
Der belegte Ausgangspunkt: Deutschland 2024
Die Bundesnetzagentur meldet für 2024 einen SAIDI von 11,7 Minuten je Letztverbraucher; 2023 waren es 12,8 Minuten. Erfasst werden Unterbrechungen von mehr als drei Minuten. Der berechnete Index berücksichtigt ungeplante Unterbrechungen nach seiner Methodik; Ereignisse höherer Gewalt sind ausgenommen.
Das bedeutet insbesondere nicht, dass jeder Haushalt genau 11,7 Minuten ohne Strom war. Es ist auch nicht die durchschnittliche Dauer eines einzelnen Ausfalls. Ein Teil der Haushalte kann gar nicht betroffen gewesen sein, andere deutlich länger.
Behördenpräsident Klaus Müller bewertet in der Veröffentlichung die deutsche Stromversorgungsqualität als weiterhin sehr zuverlässig. Diese Einordnung betrifft das Netz. Sie enthält keine Empfehlung für ein Powerstation-Modell.
Die neue regionale Informationsquelle
Am 22. Juli 2026 stellte die Bundesnetzagentur eine Deutschlandkarte zur Versorgungsqualität der Verteilernetzbetreiber vor. Zu den enthaltenen Kennzahlen gehören durchschnittliche Unterbrechungsminuten im jeweiligen Netzgebiet. Die zunächst veröffentlichten Kennzahlen beziehen sich auf 2024.
Für die Recherche ist das ein Fortschritt: Wir können zum zuständigen Netzbetreiber statt nur zum Bundesdurchschnitt schauen. Dennoch bleiben auch regionale Mittelwerte rückblickende Kennzahlen. Sie prognostizieren weder die nächste Baustellenstörung noch die Wiederherstellung nach einem konkreten Unwetter.
Ein sinnvoller erster Schritt ist daher, den Netzbetreiber von der Stromrechnung zu notieren und seine Informationen mit den eigenen dokumentierten Unterbrechungen abzugleichen. Stromlieferant und Netzbetreiber müssen nicht dasselbe Unternehmen sein.
Aus Statistik wird ein persönliches Versorgungsziel
Wir rechnen mit einem frei gewählten Modellhaushalt und 80 W für dieses Beispiel angenommener mittlerer Pflichtlast. Die Zeiten sind Planungsentscheidungen, keine Vorhersagen.
| Gewählte Überbrückung | Energie an den Verbrauchern | Planungsbedarf bei angenommenen 85 % nutzbarem Anteil und 20 % Reserve |
|---|---|---|
| 2 Stunden | 160 Wh | 235 Wh nominal |
| 8 Stunden | 640 Wh | 941 Wh nominal |
| 24 Stunden | 1.920 Wh | 2.824 Wh nominal |
Rechnung: Nennenergie = Last × Zeit / 0,85 / 0,80. Der nutzbare Anteil ist hier eine Annahme für den gesamten betrachteten Betriebspunkt. Er darf bei sehr kleinen oder wechselnden Lasten nicht ungeprüft verwendet werden.
Das Beispiel zeigt eine echte Entscheidungsschwelle: Dieselben Geräte verlangen je nach Zielzeit eine andere Speicherklasse. Wer nach acht Stunden sicher nachladen oder die Versorgung anderweitig organisieren kann, plant anders als jemand ohne erreichbare Alternative.
Was P280 und P310 belegen
Heise ermittelte bei der P280 1.760 Wh AC-Ausgabe bei konstant 2.000 W Last. Das ist ein unabhängiger Messpunkt. Er bestätigt weder 1.760 Wh bei jeder Kleinlast noch eine bestimmte Routerlaufzeit.
Die offiziellen Nennkapazitäten betragen für P280 2.048 Wh und für P310 3.840 Wh. Im obigen Modell passt P280 zur Achtstundenplanung, während für 24 Stunden die größere P310 plausibler wird. Das Urteil bleibt an die angenommenen Verluste und die tatsächliche Lastverträglichkeit gebunden.
Einordnung der Modelle: P280 hat einen veröffentlichten Nachweis nutzbarer AC-Energie und lässt sich damit gezielt prüfen. P310 bietet laut Datenblatt mehr Nennenergie. Erst ein Versuch am eigenen Lastprofil zeigt die reale Überbrückung. Eine Erweiterungsbatterie sollte aus einem nachgewiesenen Energiefehlbetrag folgen; die nationale Netzstatistik allein liefert dafür keine ausreichende Grundlage.
Ein lokales Protokoll mit Informationswert
Für künftige Unterbrechungen genügen wenige sachliche Felder: Beginn, Ende, betroffene Verbraucher, Ursache laut Netzbetreiber und tatsächlich benötigte Energie. Vermutete Ursachen werden als solche gekennzeichnet.
Für einen geplanten Funktionstest werden nur zulässige steckbare Verbraucher verwendet. Dokumentiert werden Anfangs-SOC, Temperatur, Ausgangsmodus, gemessene Wh und Zeitpunkt des vorab festgelegten Versorgungsendes. Ein sicherer Endpunkt kann sein, Daten gespeichert oder eine andere Versorgung erreicht zu haben; vollständige Entladung ist kein Selbstzweck.
So entstehen später echte eigene Erfahrungen. Eine Fallbeschreibung kann dann berichten, was tatsächlich lief und was ausfiel. Die bisher vorliegenden Quellen enthalten keine solche persönliche Messreihe dieses Modellhaushalts.
Häufige Fragen
Kann ich aus 11,7 Minuten eine Ausfallwahrscheinlichkeit berechnen?
Nicht ohne zusätzliche Daten zur Häufigkeit, Verteilung und betroffenen Kundenzahl. Der Index allein beschreibt keine persönliche Wahrscheinlichkeit.
Belegt die neue Karte die Versorgung im Jahr 2026?
Die Veröffentlichung erfolgte 2026, die zunächst dargestellten Kennzahlen stammen aus 2024. Veröffentlichungsjahr und Datenjahr müssen getrennt bleiben.
Ist P310 immer die bessere Notstromlösung?
Nein. Bei kleinem Bedarf kann sie unnötig groß sein. Die Vorteile zusätzlicher Energie müssen zu Transport, Kosten und tatsächlichem Versorgungsziel passen.
Deine nächste Entscheidung
Lege für jeden unverzichtbaren Verbraucher eine gewünschte Überbrückungszeit fest. Weitere Gerätefragen behandelt die Übersicht Notstrom; das gestaffelte Wiederanlaufen ergänzt die Zeitplanung.