Mobile Werkstatt: Vor 3.600 Watt das Schutzkonzept am Einsatzort prüfen
Werkstattstrom: 3.600 W ersetzen keine Schutzmaßnahme
Für eine mobile Werkstatt in Deutschland mit wechselnden Hochlastgeräten ist die AFERIY P310 als 3.600-W-/3.840-Wh-Klasse eher prüfenswert als die leichtere Nomad 1800 Pro mit 1.800 W/1.024 Wh. Doch auf Baustellen oder feuchten Montageorten entscheidet zuerst das Schutzkonzept – nicht die größere Wattzahl. Die DGUV Information 203-032 behandelt Auswahl und Betrieb mobiler Stromerzeuger auf Bau- und Montagestellen; daraus ergibt sich keine pauschale Freigabe einer konkreten Powerstation für jeden Einsatzort.

Herstellerbild der P310. Es zeigt keine geprüfte Baustelleninstallation; technische Quelle: AFERIY P310.
Direktantwort: Bei trockener, kontrollierter Aufstellung und passenden einzelnen 230-V-Werkzeugen spricht die veröffentlichte 3.600-W-Dauerlastmessung für die P310 als Kandidaten. Braucht die Arbeit nur leichte Ladegeräte oder Geräte unter 1.800 W, kann die deutlich leichtere Nomad 1800 Pro angemessener sein. Bei gewerblichem, wechselndem Baustelleneinsatz muss eine Elektrofachkraft die konkreten Schutzmaßnahmen vorgeben.
Drei Ebenen getrennt prüfen
| Ebene | Nachweis | Was noch offen bleibt |
|---|---|---|
| Energiereserve | P310: 3.840 Wh nominal; Nomad: 1.024 Wh nominal | Laufzeit bei realem Werkzeugzyklus |
| AC-Dauerleistung | P310: 3.600 W; Nomad: 1.800 W laut Hersteller | Anlaufspitze und gleichzeitige Lasten |
| Einsatzort | DGUV fordert geeignete Auswahl und Schutzmaßnahmen | Netzform, Fehlerstromschutz, Leitung und Feuchtigkeit vor Ort |
Der heise-Praxistest der P310 nutzte eine Fahrzeugbatterie-Ladelast und berichtet, dass 3.600 W im Dauerbetrieb liefen. Das ist ein realer Hochlastfall, aber kein Test mit Kreissäge, Winkelschleifer oder Feinstaub. heise nennt außerdem 41 kg: „mobil“ bedeutet hier Rollen und Teleskopgriff, nicht eine leichte Handgepäckklasse. Die Nomad-Spezifikation nennt rund 11,64 kg; sie ersetzt die P310 bei 3-kW-Last nicht.
Wann der Einsatzort zum Ausschlusskriterium wird
Die DGUV beschreibt für Bau- und Montagestellen Schutzkonzepte für elektrische Betriebsmittel; insbesondere ist die Wahl eines mobilen Fehlerstromschutzes von der Stromquelle und Netzform abhängig. Ein beliebiger PRCD-S-Stecker ist deshalb keine universelle Lösung. Unsere redaktionelle Folgerung: Gerät trocken und standfest aufstellen, Typenschild und Anleitung der Werkzeuge prüfen und bei gewerblichem Einsatz die Gefährdungsbeurteilung sowie Prüfpflichten durch zuständige Fachkräfte klären. Keine improvisierte Gebäudeeinspeisung.
Reproduzierbarer Vor-Ort-Test: Erstellen Sie eine Liste mit Dauer-W, Anlaufverhalten und Nutzungsdauer je Gerät. Zeichnen Sie den geplanten Steckdosen- und Leitungsweg auf und lassen Sie die Schutzmaßnahmen für genau diese Netzform fachlich prüfen. Erst danach unter Aufsicht den schwersten zulässigen Arbeitszyklus mit Energieteilzähler testen. Ohne diese Daten wäre „P310 funktioniert auf jeder Baustelle“ eine unbelegte Behauptung.
Die Werkstatt-Seite zur Anlaufspitze und die Lastfolge-Seite beantworten andere Fragen. Diese Seite besitzt den Einsatzort und die elektrische Schutzkette. Nächster Schritt: Einsatzortdaten und Werkzeugliste der verantwortlichen Elektrofachkraft vorlegen, bevor Sie die Station festlegen.